24-Std. Stördienstnummer:
07964-3317720

Artikel
Veröffentlicht am 27.01.2026 __

Kommentar zum Zeitungsartikel zur Trinkwasserversorgung

Beim Thema Trinkwasserpreise lohnt sich ein genauerer Blick – denn hier werden häufig Äpfel mit Birnen verglichen. Die Stadt Bopfingen versorgt den Kernort selbst über ein eigenes Wasserwerk und eigenes Personal. Die umliegenden ländlichen Gebiete und Gehöfte, die zur Stadt Bopfingen gehören – Baldern, Blankenhöfe, Edelmühle, Itzlingen, Kerkingen, Meisterstall und Zimmerstetten – werden hingegen von der Rieswasserversorgung versorgt.

Gerade diese ländlichen Gebiete erfordern ein sehr weit verzweigtes Versorgungsnetz mit vielen Kilometern Leitungen, mehreren Hochbehältern, Pumpwerken und weiteren technischen Anlagen – bei gleichzeitig vergleichsweise geringem Wasserverbrauch. Der infrastrukturelle Aufwand pro angeschlossenem Einwohner ist hier deutlich höher als in einem kompakten, dicht besiedelten Netz.

Eine solche Infrastruktur ist nicht „teuer“, weil schlecht oder unwirtschaftlich gearbeitet wird, sondern weil sie notwendig ist, um auch kleine Ortschaften, Weiler und Einzelgehöfte zuverlässig mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Die anfallenden Kosten verteilen sich dabei auf deutlich weniger abgenommene Wassermenge, was sich zwangsläufig im Preis pro Kubikmeter widerspiegelt.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass Wasserpreise nur dann sinnvoll eingeordnet werden können, wenn auch die jeweilige Netzstruktur, die Versorgungsaufgabe und die räumlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden. Reine Preisvergleiche geben daher nur einen sehr eingeschränkten Überblick.

Die Mitgliedsgemeinden – darunter auch die Stadt Bopfingen mit ihren genannten Teilorten – haben sich seinerzeit bewusst für den Beitritt zur Rieswasserversorgung entschieden. Nur durch diese gemeinschaftliche Lösung war es überhaupt möglich, auch die ländlichen Gebiete zuverlässig mit Trinkwasser zu versorgen. Allein hätten die Kommunen diese Aufgabe weder technisch noch finanziell stemmen können.

Dass heute in Baldern, Blankenhöfe, Edelmühle, Itzlingen, Kerkingen, Meisterstall und Zimmerstetten jederzeit sauberes Trinkwasser aus der Leitung kommt, ist das Ergebnis dieser solidarischen Gemeinschaftsleistung. Die Menschen im ländlichen Raum haben dasselbe Recht auf eine sichere Trinkwasserversorgung wie die Einwohner im Kernort.

Würde die Stadt Bopfingen die komplette Infrastruktur für all diese Ortschaften und Gehöfte selbst errichten, betreiben und sanieren müssen, wäre ein heute vielfach genannter Wasserpreis von 2,40 €/m³ nicht realistisch darstellbar. Und auch dort gilt: Nicht nur das Wasserwerk selbst, sondern auch Leitungen, Speicher und Pumpanlagen müssen langfristig erneuert werden – Investitionen, die jede Wasserversorgung früher oder später betreffen.

Trinkwasser ist kein Produkt, das man ausschließlich über den Preis vergleichen kann. Entscheidend sind Versorgungssicherheit, Qualität und die Verantwortung gegenüber der Bevölkerung – heute und in Zukunft.

24-Stunden-Stördienstnummer: 07964-3317720